CDA im Kreis Vechta lehnt eine Zweitwohnsitzsteuer im ländlichen Raum ab. Gerade Pendler und Geringverdiener werden überproportional durch eine solche Steuer getroffen.

Die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) im Kreis Vechta ist über einen Antrag der VCD-Fraktion im Rat der Stadt Vechta sehr verwundert und lehnt diesen entschieden ab. Eine Zweitwohnsitzsteuer belastet sowohl Bürger als auch Kommunen und erscheint lediglich als Luxus-steuer in bestimmten Regionen Deutschlands sinnvoll.

Jan Hoyer, CDA-Kreisvorsitzender in Vechta, erläutert: „In ihrem Wesen als Luxussteuer ist eine Zweit-wohnsitzsteuer durchaus akzeptabel. Wer sich aus privatem Grund zwei Wohnungen leisten möchte und kann, der darf sich auch um das Gemeinwohl am Ort der Nebenwohnung kümmern. Pendler haben jedoch bereits durch die doppelte Haushaltsführung einen finanziellen Nachteil.“

„Wir setzen auf Förderung statt Bestrafung“, so Hoyer. In Vechta erhalten insbesondere Studenten, die ihren Erstwohnsitz in Vechta anmelden, einen „Willkommensbonus“ in Höhe von 100,00 Euro (MoinVechta-Guthabenkarte). Die CDA im Kreis Vechta begrüßt dieses Anreizsystem und wünscht sich, dass dieses noch weiter ausgebaut und intensiver beworben wird. Allerdings gibt Hoyer grundsätzlich zu bedenken: „Solche Maßnahmen haben gesamtwirtschaftlich schädliche Nebenwirkungen. Sie verstärken die Tendenz der Landflucht, die insbesondere unsere ländlichen Gebiete trifft. Die Kommunen, von denen die Bürger ihren Erstwohnsitz abmelden, bekommen dann geringere Schlüsselzuweisungen, müssen aber trotz geringer Einwohnerzahl die Infrastruktur in unverminderter Qualität aufrechterhalten.“

„Eine Zweitwohnsitzsteuer wäre insbesondere an unsere Studenten ein fatales Signal“, führt Hoyer weiter aus. „Vechta ist eine vergleichsweise kleine Studentenstadt, die sich dem Wettbewerb mit anderen Studentenstädten stellen muss. Neben der Attraktivität von Studiengängen, dem ruhigen und persönlichen Umfeld waren in der Vergangenheit auch insbesondere niedrige Lebenshaltungskosten ein Argument für Vechta. Vechtaer Studenten zahlen jedoch bereits ähnliche hohe Mieten wie in Oldenburg und Osnabrück. Es wäre falsch, diese durch eine Zweitwohnsitzsteuer zu erhöhen. Schließlich ist zu beachten, dass die Lebensmodelle vieler junger Menschen immer flexibler werden und nicht mehr zwingend an einen Ort gebunden sin

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