Niedersachsens Erzieherinnen und Erzieher warteten gespannt auf die Vorstellung des neuen Gesetzes. Lange Zeit hat sich hier nichts getan. Die Reaktionen waren beinahe einstimmig. Viele Erzieherinnen und Erzieher waren sehr ernüchtert, als der Gesetzestext publik wurde. Sicherlich beinhaltet das neue Gesetz sinnvolle Dinge – doch leider ist wenig bzw. nichts davon zu finden, was viele Erzieherinnen und Erzieher schon seit Jahren erwarten.

Die Anforderungen an Erzieherinnen und Erzieher haben sich deutlich gewandelt. Der Betreuungsschlüssel steht jedoch noch immer bei zwei Erziehern auf 25 Kinder. Heutzutage wird von allen Seiten eine Individualerziehung der Kinder verlangt. Darüber hinaus spielen weitere gesellschaftliche Veränderungen mit ein – bspw. gehen mehr Frauen ganztags arbeiten oder die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Jan Hoyer, CDA Kreisvorsitzender erklärt nach vielen Gesprächen mit Erzieherinnen und Erziehern: „Mit dem aktuellen Betreuungsschlüssel sind diese Anforderungen bereits jetzt kaum einzuhalten. Der Gesetzgeber muss die Voraussetzung zur Einhaltung der geforderten Qualitätsstandards schaffen. Immerhin wurde beim CDU-Landesparteitag in Hameln im Jahr 2016 bereits beschlossen, dass sich die CDU dafür einsetzen will, die Qualitätsstandards in Kindertageseinrichtungen in Bezug auf den Betreuungsschlüssel gesetzlich anzuheben und sicherzustellen.“

Einen weiteren Streitpunkt stellt die Ausbildung dar. Vergangenes Jahr wurde beschlossen, dass die schulische Ausbildung – zumindest teilweise – nicht mehr selbst bezahlt werden muss. Praktika sind jedoch in der Regel weiterhin unvergütet. Um sicherzustellen, dass der Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern gedeckt bleibt, sollte aus Sicht des CDA Kreisverbandes Vechta die Attraktivität des Ausbildungsberufes gesteigert werden. Eine gute Möglichkeit ist hierbei, die Ausbildung zu vergüten. Die CDU Niedersachsen hat sich bereits 2018 beim Landesparteitag in Braunschweig hierzu bekannt.

Das Hauptgegenargument, das bislang für die Nicht-Umsetzung sorgt, ist das fehlende Geld. Diese Situation ist aus Sicht der CDA im Kreisverband Vechta jedoch eigenverschuldet – Ministerpräsident Weil (SPD) setzte sich 2017 für eine Beitragsfreiheit für Kindergartenkinder ein. Die CDA im Kreis Vechta zeigte sich schon seinerzeit über die komplette Beitragsfreiheit verwundert. CDA-Kreisvorsitzender Jan Hoyer dazu: „Nun wird unsere damalige Vermutung bestätigt. Leider konnten wir unsere CDU-Führung in Niedersachsen damals noch nicht von einer besseren finanziellen Ausstattung der Kindergärten und Kindertagesstätten überzeugen. Hier wurden und werden Erzieherinnen und Erzieher und Eltern mit ihren Kindern gegeneinander ausgespielt.“

Als Folge dieser fehlenden Gelder wird nun gemunkelt, dass die Gruppengröße sogar von 25 auf 28 erhöht werden muss. Aus Sicht der CDA im Kreisverband Vechta besteht dringender Handlungsbedarf. Die derzeitigen Zustände müssen verbessert werden. Die Beschlüsse des Landesparteitages 2016 und 2018 müssen endlich umgesetzt werden.

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