Mit Norbert Blüm ist ein großer Politiker, Gestalter und CDA-Freund verstorben. Am 24. April ist der langjährige Bundesvorsitzende der CDA verstorben. Wie kein Zweiter verkörperte er das soziale Gewissen der CDU. Die CDA wird seine Leidenschaft und Tatenkraft, seinen unvergleichlichen Witz und seine Menschenliebe vermissen. Die Welt verliert einen überzeugten Kämpfer für Gerechtigkeit und Frieden.

Der Kompass seiner Arbeit war die Christliche Soziallehre. Im Alter von 14 Jahren engagierte Blüm sich als Arbeitnehmervertreter bei der IG Metall und in der Katholischen Arbeitnehmerbewegung. In dieser Zeit kam er erstmals in Kontakt mit der CDA. In den folgenden Jahren engagierte er sich mit jugendlichem Tatendrang für Arbeitnehmerrechte. So war Norbert Blüm zwischen dem 18. und 22. Lebensjahr bereits Betriebsjugendvertreter der Opel AG in Rüsselsheim. Einige Jahre später, ab 1966, war er hauptberuflich für die CDA tätig, zunächst als gesellschaftspolitischer Referent und Redakteur der „Sozialen Ordnung“. Nur zwei Jahre später übernahm er im Alter von 33 Jahren das Amt des Hauptgeschäftsführers der CDA.

Nobert Blüm stand zehn Jahre an der Spitze der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft. Er hat den Verband und die deutsche Politik geprägt. Unter Helmut Kohl war er 16 Jahre lang Bundesminister für Arbeit und Soziales und hat das Amt genutzt, um den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, besonders auch den Schwächsten eine Stimme zu geben. Seine Politik stand ganz im Zeichen der Menschenliebe und der katholischen Soziallehre. "Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen!" war seine unverrückbare Überzeugung, die er immer wieder aufs Neue in konkrete Politik gegossen hat. Bis heute prägt dieses Leitmotiv christlich-soziales Handeln. Die CDA verliert mit Norbert Blüm einen weitsichtigen Visionär, ein großes Vorbild, und einen lieben Freund.

„Alle CDA-Mitglieder trauern um Norbert Blüm. Als Streiter für eine bessere Welt wird er uns schmerzlich fehlen. Norbert Blüm war und ist für viele von uns und mich persönlich ein politisches Vorbild. Er hat immer den Kern des Sozialstaats und die Tarifautonomie verteidigt und viele große sozialpolitische Errungenschaften tragen seine Handschrift. Die soziale Pflegeversicherung empfinden heute viele Menschen als selbstverständlich. Wir Christlich-Soziale wissen, ohne Norbert Blüm und seine Mitstreiter gäbe es die Versicherung wahrscheinlich nicht. Sein Wirken für und im Sinne der CDA erfüllt uns mit Stolz. Wir werden ihn sehr vermissen. In diesen Stunden sind wir mit unseren Ge-danken und Gebeten bei seinen Angehörigen und sprechen ihnen unser tiefstes Mitgefühl aus.“ Jan Hoyer, CDA Kreisvorsitzender.

Als gelernter Werkzeugmacher ging Norbert Blüm Politik pragmatisch an. Für ihn zählte das Resultat und weniger das öffentliche Ansehen. Fern jeder Ideologie war er stets dem Gemeinwohl verpflichtet und prägte die Soziale Marktwirtschaft entscheidend. Das Soziale und der Mensch standen dabei im Vordergrund. Der Sozialstaat war für ihn Dreh- und Angelpunkt der freiheitlich-demokratischen Ordnung der Bundesrepublik.

Norbert Blüm hat die Politik der Bundesrepublik Deutschland und der CDU fast ein halbes Jahrhundert hinweg entscheidend mitgeprägt. Er war nie Besitzer satter Mehrheiten, aber immer Beweger für eine besser Welt. Als Menschenfreund war er im Zweifel für die Schwachen. Und wenn es sein muss, segelte er auch gegen den Wind.

„Für uns als CDA ist heute ein trauriger Tag. Mit Norbert Blüm verlieren wir einen leidenschaftlichen Verfechter der christlichen Soziallehre und einen beherzten Kämpfer für die Soziale Marktwirtschaft. Er hat sich um unsere Vereinigung und unser Land verdient gemacht. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“ So Sozialpolitiker Hoyer.

« CDA im Kreis Vechta fordert volle Kostenübernahme für Behindertenwerkstätten in Corona-Krise 1. Mai Aufruf – Geringverdiener besser unterstützen! »